HumboldtHuaca
Ritualität als Widerstand gegen westliche Räume

Daniela Zambrano Almidón (PER) 
Pablo Santacana López (ESP)

In Zusammenarbeit mit verschiedenen lateinamerikanischen kulturellen Widerstandsgruppen.



Welche Rolle spielen Kunst und Lebenskultur zu Zeiten des Humboldtforums?

Der huaqueo war der Prozess der Plünderung und Schändung heiliger Orte und Gegenstände von prähispanischen Völkern (huacas) während des spanischen Kolonisationsprozesses, aus dem ein großer Teil der westlichen ethnographischen Sammlungen stammt.

Jetzt ist es an der Zeit, dass diese Gemeinschaften diese Elemente für sich beanspruchen und ein huaqueo des Museums stattfindet.

Die Sammlung des Ethnographischen Museums in Berlin verfügt über eine immense Sammlung,  davon stammen allein 56.199 Werken aus Peru. Die Sammlung umfasst viele menschliche Überreste wie die Mallqui ("Mumie") von Chuquitanta: Ist es erlaubt einheimische menschliche Körper in europäischen Museen auszustellen? Sind wir bereit zur Restitution? Kennen wir unsere Kolonialgeschichte und verhalten wir uns ihr gegenüber respektvoll?

Durch verschiedene Manifestationen der Lebenskultur werden wir die Arbeit peruanischer und lateinamerikanischer Verbände, Kollektive und Künstler sichtbar machen. Diese versuchen Kulturen mit indigenen Wurzeln zu vermitteln und zu würdigen, die auch heute noch unterdrückt und diskriminiert werden.
HumboldtHuaca will einen Raum für den kritischen Dialog zwischen den Kollektiven des kulturellen Widerstands und dem Museum schaffen, einem westlichen Symbol für die Vermittlung von Wissen und ewiger kolonialer Diskurse und Strukturen.






Daniela Zambrano Almidón (Lima, 1993)Bachelor in Bildender Kunst der National Superior Autonomous School of Fine Arts of Peru. Seit 2011 führt sie im Rahmen des EnRedLanita-Projekts eine kontinuierliche Untersuchung der peruanischen Textilkunst durch. Sie ist Gründungsmitglied des Ashlanqueras Collective (2014) Laboratory of Interventions im urbanen öffentlichen Raum, welches das Caseras Project beinhaltet, einer Ausstellung experimenteller Kunst im zentralen Markt Limas. Außerdem ist sie Direktorin und Managerin von PROYECTO TEJIENDO CAMINOS, eines dezentralen interkulturellen Kunstprojekts, das 2014 gegründet wurde. Gemeinschaftsführer, Umweltaktivisten aus den Regionen und Künstlerinnen, wie Timotea Quispe Auca Cusi (traditionelle Textilkünstlerin) und Carol Bustamante (Performerin), arbeiteten hierbei zusammen. Seit 2011 leitet sie Workshops für Kunst, Zeichnung, Skulptur, Fotografie, Weberei und ökologische Kunst für Kinder und Erwachsene. Zudem hat sie voruniversitäre Kurse, wie visuelle Kultur, Forschung und Gestaltung des künstlerischen Forschungsportfolios, unterrichtet. Derzeit absolviert sie einen Master in Kunst im Kontext an der UDK Berlin.

Pablo Santacana López (Madrid, 1991)
Master in Architektur an der Universidad Politécnica de Madrid. Im Jahr 2012 gründete er zusammen mit Marta Muñoz das Kollektiv Vendedores de Humo. Das Kollektiv entwickelt Projekte, welche sich mit dem Bild von Territorien und der Identität ihrer Bewohner befassen und dabei die politische Implikation von Bild und Raum berücksichtigen. Ihre Arbeiten reichen von Video bis hin zu Druck-Erzeugnissen, öffentlichen Kunstinstallationen und digitalen Archiven. Die Arbeiten wurden bei der Istanbul Design Biennale, der Galeria Pivô (Sao Paulo), Campo Abierto (Uruguay) und Matadero Madrid ausgestellt. Außerdem arbeitete Pablo Santacana López in der Videoproduktion und Art Direction für Büros wie Ecosistema Urbano, Luis Úrculo, After Belonging Agency oder Izaskun Chinchilla.
Derzeit absolviert er seinen Master an der Universität der Künste in Berlin (UdK) am Institut für Kunst im Kontext.

humboldthuaca.tumblr.com

Ayni Música, 11.5.2019



Taller de Tantawawas, 30.10.2019 


Ayni Mikuna, 18 Julio 2019