DAS (DE)KOLONIALE GLOSSAR
Wie Wörter die Realität gestalten

Aliza Yanes (PE)
Santiago Calderón (CO)



Hast du einmal darüber nachgedacht, dass Sprache rassistisch sein kann? Ist Kolonialismus für dich etwas das nur in der Vergangenheit passierte, oder bist du der Meinung dass es immer noch Spuren in unserem Alltag gibt? Bist du dir der Herkunft der Wörter, die du verwendest bewusst?

Dieses (de)koloniale Glossar ist eine kleine Auflistung von Wörtern, die wir alltäglich benutzen, welche jedoch von kolonialen Ideen geprägt sind. Sie sind immer in Dualismen organisiert, wie z. B.: zivilisiert und wild. Seit 500 Jahren definieren Europäer viele andere Menschen als “wild”. Unsere kurzen Animationen erklären 5 solcher Dualismen und helfen dir dabei, dass du dir deiner Sprache bewusster wirst.

Erzähle doch deinen Freunden von unserem Projekt und hilf uns dabei die Sprache zu dekolonisieren!




Das Humboldt Forum ist ein Ort der epistemischen Spannungen: Wer erzählt die Geschichte, wie wird sie weitergeleitet und mit welchen Wörtern?

Worte schaffen unsere Weltvorstellung. Der Kolonialismus hat eine dualistische Konstruktion der Geschichte verursacht, in der Europa als Zentrum und alle anderen Kulturen als “Aussereuropa” dargestellt werden. In diesem Sinne ist es wichtig, die koloniale Herkunft der Wörter und die oft negative, gewalttätige und voreingenommene Last, die sie tragen, zu beachten.

Das Projekt will die kolonialen Hauptbegriffe identifizieren, erklären und neue Wörter und indigene Begriffe vorstellen, damit eine wahrhaft kritische und dekoloniale Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Europa und Lateinamerika geschehen kann. Die kurzen Videos sind auch auf soziale Netzwerke ausgerichtet.

Das Erste der fünf Videos von „Das (de)koloniale Glossar” stellt uns den Dualismus zwischen Europa / Außereuropa vor und geht dabei der Frage nach: Seit wann wird die gesamte Welt in diese beiden Hälften aufgeteilt?



Anhand von historischen und aktuellen Bildern wird hierzu die Macht der Worte seit der EroberungAmerikas, eines Kontinents der ursprünglich Abya Yala heißt, erklärt.
Entdeckt mit uns den Ursprung von Begriffen, wie „Eurozentrismus” und „Kolonialismus”, und wie sie in der Quechua-Sprache der Anden, durch den Begriff „Pachacuti", formuliert und verstanden werden.



Santiago Calderón García (Bogotá, 1991)

Bachelor in Bildende Kunst an der Universidad Distrital Francisco José de Caldas, in Bogota, Kolumbien. Seit 2010 arbeitet er mit verschiedenen Kollektiven in Bogotá und Medellin zusammen, mit denen interdisziplinäre und Community-Projekte entwickelt wurden, die darauf abzielen, an der Schnittstelle zwischen sozialer und künstlerische Praxis temporäre Plattformen für Kooperationsprozesse zu schaffen. Er ist Teil des Kollektivs El Honorable Cartel und macht derzeit einen Master an der Universität der Künste in Berlin (UdK) am Institut für Kunst im Kontext.

Aliza Yanes (Lima, 1986)
Bachelor in Literatur an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos, in Lima, Peru. Veröffentlichte die Bücher La serpiente del arcoiris (2012), Yurupary (2012) und die gemeinsam veröffentlichten Seres Fantásticos del Perú (2014) und Seres Fantásticos de la Amazonía (2018). Sie war als Mitveranstalterin des internationalen Kolloquiums der Amazonischen Literatur in Perú beschäftigt und forscht an Themen der andinen und amazonischen mündlichen Tradition in der Literatur. Derzeit lebt sie in Berlin, wo sie das Projekt “Amazonía dice” (Amazonia sagt) leitet, welches die Literatur und Kultur der Region durch Workshops und kulturelle Veranstaltungen verbreitet. In Kürze wird sie ihre Masterarbeit “Die Darstellung des Jaguars in shipibo-conibo Geschichten” am Lateinamerika-Institut der Freie Universität Berlin vorstellen.





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